Volatilität und Trefferfrequenz: das Verhalten eines Geräts
Die Volatilität ist neben der Auszahlungsquote der zweite wichtige Kennwert, der das Verhalten eines virtuellen Automatenspiels bestimmt. Sie beschreibt die Verteilung der Gewinne über Zeit. Fallen sie in vielen kleinen Beträgen an oder in wenigen großen? Eng verwandt damit ist die Trefferfrequenz. Sie gibt an, wie oft eine Gewinnkombination statistisch auftritt. Beide Werte zusammen ergeben ein technisches Bild des zu erwartenden Spielverhaltens.
Diese Werte sind keine Qualitätsmerkmale, sondern beschreiben das Risikoprofil eines Geräts. Eine hohe Volatilität bedeutet nicht, dass ein Automat „besser“ zahlt. Es bedeutet nur, dass er seltener auszahlt und die Treffer im Schnitt höher ausfallen. Dieser Ratgeber erklärt die technischen Hintergründe, zeigt die Verteilung im Datenbestand dieser Seite und ordnet die Werte in den deutschen Rechtsrahmen ein.
Was Volatilität beschreibt
Die Volatilität, auch Varianz genannt, ist ein Maß für das Risiko eines Spielautomaten. Sie beschreibt die Abweichung der Ergebnisse vom statistischen Mittelwert. Ein Gerät mit niedriger Volatilität zahlt häufiger aus. Die Gewinne sind dann aber meist klein, oft nur in Höhe des Einsatzes. Das sorgt für ein gleichmäßigeres Spielgeschehen. Ein hochvolatiles Gerät schüttet seltener aus. Hier können Phasen ohne Treffer länger andauern. Dafür fallen die seltenen Gewinne im Schnitt deutlich höher aus.
Die Trefferfrequenz ist ein eigener Wert, der aber damit zusammenhängt. Sie gibt an, wie viel Prozent der Spielrunden mit einem beliebigen Gewinn enden. Ein Gerät kann eine hohe Trefferfrequenz haben und trotzdem hochvolatil sein. Das passiert, wenn die meisten Treffer sehr klein ausfallen. Wenige, extrem seltene Kombinationen sind dann für den Großteil der Ausschüttung verantwortlich. Für die Einordnung musst du wissen: Es gibt keine einheitliche, gesetzlich vorgeschriebene Skala für die Volatilität. Die Kategorien „niedrig“, „mittel“ oder „hoch“ stammen vom Hersteller selbst. Sie sind deshalb zwischen verschiedenen Anbietern nur bedingt vergleichbar. Mehr zum Thema der Auszahlungsquote findest du im Ratgeber zum RTP.
Wie sie im Bestand verteilt ist
Ich habe die Herstellerangaben zur Volatilität für alle hier gelisteten Automatenspiele erfasst. Das gibt einen Überblick über den deutschen Markt. Die folgende Tabelle fasst die Daten zusammen. Du siehst, wie viele Geräte die Hersteller den einzelnen Kategorien zuordnen und welche Risikoprofile im aktuellen Angebot dominieren.
| Einordnung | Geräte | Grundlage |
|---|---|---|
| sehr hoch | 4 | laut Anbieterangabe |
| hoch | 26 | laut Anbieterangabe |
| mittel | 13 | laut Anbieterangabe |
| niedrig | 4 | laut Anbieterangabe |
| kein Wert veröffentlicht | 39 | Anbieter nennt die Einordnung nicht |
Eigene Auswertung der Datenblätter. Die Einordnung stammt vom jeweiligen Anbieter; eine einheitliche Messvorschrift gibt es nicht, deshalb sind die Angaben zwischen Anbietern nur eingeschränkt vergleichbar.
Die Tabelle ist eine Momentaufnahme. Sie beruht auf den Herstellerangaben, ist also keine unabhängige Messung. Weil eine standardisierte Methode fehlt, kann „hoch“ bei einem Anbieter etwas anderes bedeuten als bei einem anderen. Die Daten erlauben deshalb keinen Leistungsvergleich. Sie helfen aber bei der Einordnung des Charakters, den der Entwickler für ein Gerät vorgesehen hat. Einen direkten Vergleich der zertifizierten Quoten findest du auf der Seite Auszahlungsquote Spielautomaten im Vergleich.
Was das für den Einsatz bedeutet
Das Risikoprofil wirkt sich direkt auf den Spielverlauf aus. Bei einem hochvolatilen Gerät ist die Chance auf längere Phasen ohne nennenswerte Gewinne statistisch höher. Das Guthaben schwankt stärker. Ein Gerät mit niedriger Volatilität zahlt öfter kleinere Beträge. Der Spielverlauf ist dadurch meist stabiler. Dies ist nur eine technische Beschreibung des Verhaltens, keine Empfehlung.
In Deutschland setzen Regeln diesem Verhalten klare Grenzen. Der Höchsteinsatz liegt bei einem Euro pro Runde. Jedes Spiel muss außerdem durchschnittlich mindestens fünf Sekunden je Spiel dauern. Das verlangsamt die Frequenz deutlich. Zusammen mit dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit ergibt sich ein fester Rahmen. Er begrenzt die Auswirkungen der Volatilität. Die Entscheidung für ein bestimmtes Risikoprofil bleibt eine persönliche Abwägung innerhalb dieser Grenzen. In unserem Ratgeber-Bereich findest du weitere technische Analysen.
Häufige Fragen
Ist eine hohe Volatilität besser als eine niedrige?
Nein. Volatilität ist kein Qualitätsmerkmal, sondern beschreibt eine Eigenschaft. Keine Variante ist grundsätzlich „besser“ oder „schlechter“. Es sind einfach zwei unterschiedliche Modelle für die Gewinnverteilung. Die Wahl hängt von deinen Erwartungen ab: häufige kleine Erfolge oder seltene hohe Treffer.
Beeinflusst die Volatilität die Auszahlungsquote (RTP)?
Nein, die beiden Kennzahlen sind voneinander unabhängig. Ein Automat mit hoher Volatilität kann die exakt gleiche Auszahlungsquote (Return to Player, RTP) haben wie einer mit niedriger. Der RTP gibt an, wie viel Prozent der Einsätze langfristig als Gewinn zurückfließen. Die Volatilität beschreibt nur die Art und Weise, wie das passiert.
Kann ich die Volatilität eines Spielautomaten selbst berechnen?
Nein, das kannst du nicht exakt berechnen. Dafür bräuchtest du vollen Zugriff auf die internen Wahrscheinlichkeitstabellen des Spiels, die sogenannten PAR-Sheets. Diese Daten geben die Hersteller aber nicht heraus. Du musst dich also auf die Einordnung des Herstellers verlassen. Denk daran, dass diese keinem einheitlichen Standard folgt.