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Lektion · Gruppe Wissen

5 Sekunden Regel bei Spielautomaten und Online Spielotheken: Wortlaut, Durchschnitt und Folgen

Nach § 22a Abs. 6 GlüStV 2021 muss ein virtuelles Automatenspiel durchschnittlich mindestens fünf Sekunden dauern, gemessen vom Start durch den Spieler bis zur Anzeige des Ergebnisses. Die Regel gilt im Mittel, nicht für jeden einzelnen Spin, und rechnerisch ergeben sich höchstens 720 Spiele pro Stunde. Laut Gesetzesbegründung soll sie die Ereignisfrequenz des einzelnen Spielers senken.

Stand 12.10.2026Quellen

Die Zahlen dazu

Durchschnittliche Mindestdauer eines virtuellen Automatenspiels
5 s
Höchstzahl Spiele pro Stunde im Mittel (3.600 s geteilt durch 5 s)
720
Spiele pro Minute im Mittel höchstens (60 s geteilt durch 5 s)
12
Mindestdauer von 1.000 Spielen im Durchschnitt
83 Min 20 s
Höchste Geldbuße für ein Spiel, das im Schnitt kürzer als fünf Sekunden dauert
500.000 €

Stand 12.10.2026

Fünf Sekunden klingen nach einer festen Pause zwischen zwei Spins. Der Gesetzestext sagt etwas anderes, und der Unterschied entscheidet darüber, wie schnell du in Deutschland tatsächlich spielen kannst. Diese Lektion geht den Wortlaut Satz für Satz durch, zeigt, was die amtliche Begründung dazu sagt, und rechnet nach, was die Regel für eine Spielstunde bedeutet.

1

Was steht in der 5 Sekunden Regel bei Spielautomaten genau?

Die Regel steht in § 22a Abs. 6 des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Satz 1 lautet: „Ein Spiel muss durchschnittlich mindestens fünf Sekunden dauern.“ Satz 2 legt fest, wann die Zeit läuft: „Ein Spiel beginnt mit der Erklärung im Sinne des Absatzes 4 Satz 1 und endet mit der Anzeige des Ergebnisses.“

Die Erklärung nach Absatz 4 ist deine Entscheidung, ein Spiel zu beginnen. Sie darf erst nach Beendigung des vorherigen Spiels abgegeben werden. Die Begründung des Gesetzes beschreibt das praktisch: Nach dem Ende eines Spiels muss der Spieler erst erneut eine Schaltfläche betätigen.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt die Fünf-Sekunden-Regel in ihren Hinweisen zur Auslegung als Mindestanforderung an einzelne virtuelle Automatenspiele auf. Unter Nummer 10 wiederholt sie den Gesetzestext wörtlich und fügt keine eigene Auslegung der Dauer hinzu.

2

Muss jeder einzelne Spin fünf Sekunden dauern?

Nein, und das Wort „durchschnittlich“ ist der Kern der Vorschrift. Einzelne Spiele dürfen kürzer ausfallen, wenn der Mittelwert bei mindestens fünf Sekunden liegt. Zehn Spiele, die zusammen 50 Sekunden dauern, ergeben genau fünf Sekunden im Schnitt, gleich wie die Zeit auf die einzelnen Spiele verteilt war. Das ist eine reine Rechenüberlegung. Wie die Behörde den Mittelwert in der Praxis misst, steht in den von uns gelesenen Quellen nicht.

Die Begründung des Gesetzes zieht dem Durchschnitt allerdings drei Grenzen (Niedersächsischer Landtag, Drucksache 18/8495, Zu § 22a Abs. 6, S. 149):

  1. Der Durchschnitt muss sich auf das jeweilige, nach Absatz 1 erlaubte Automatenspiel beziehen. Eine Verrechnung der Spieldauer zwischen verschiedenen Spielen desselben Anbieters ist nicht möglich.
  2. Die Erlaubnisbehörde kann in der Erlaubnis weitere Einzelheiten zur Berechnung des Durchschnitts festlegen.
  3. Spielgestaltungen, die den Schutzzweck unterlaufen sollen, etwa durch einzelne sehr lange Runden mit hohem Einfluss auf den Durchschnitt, wären im Erlaubnisverfahren zu versagen.

Die dritte Grenze richtet sich gegen genau diesen Kniff: Ein Spiel, das den Durchschnitt mit wenigen sehr langen Runden hochrechnet, wäre nach der Begründung nicht erlaubnisfähig.

3

Wann beginnt und endet ein Spiel im Sinne der Regel?

Gemessen wird nicht die Pause zwischen zwei Spins, sondern die Dauer von deiner Startentscheidung bis zur Anzeige des Ergebnisses. Das Nachdenken vor dem nächsten Klick steht nicht im Wortlaut. Weil du das nächste Spiel erst nach Ende des vorherigen auslösen darfst, kannst du direkt nach der Ergebnisanzeige wieder starten. Die Formel „alle fünf Sekunden ein Spin“ stimmt deshalb nur im Mittel und nur, wenn du ohne Pause weiterklickst.

Offen bleibt ein Detail, das für das Spielgefühl viel ausmacht. Ob eine Gewinnanimation oder das Hochzählen eines Gewinns zur Zeit bis zur „Anzeige des Ergebnisses“ gehört, sagen weder das Gesetz noch die GGL-Hinweise. Die Begründung überlässt Einzelheiten der Berechnung der Erlaubnis. Eine öffentliche Angabe dazu haben wir nicht gefunden, und deshalb bleibt es hier bei der Feststellung, dass die Frage nicht beantwortet ist.

4

Wie viele Spins pro Stunde sind damit höchstens möglich?

Eine Stunde hat 3.600 Sekunden. Geteilt durch fünf ergibt das 720 Spiele pro Stunde im Mittel, also zwölf pro Minute. Das ist eigene Rechnung auf Basis des Gesetzes und eine Obergrenze, kein Normalwert: Wer pausiert, Funktionen wählt oder Ergebnisse betrachtet, spielt weniger. Je länger ein Spiel im Schnitt dauert, desto kleiner wird die Zahl:

Durchschnittliche DauerSpiele pro MinuteSpiele pro Stunde100 Spiele dauern
5 Sekunden (gesetzliche Untergrenze)127208 Min 20 s
6 Sekunden1060010 Min
8 Sekunden7,545013 Min 20 s
10 Sekunden636016 Min 40 s

Die Zeile mit fünf Sekunden ist die Grenze nach unten. Schneller als im Mittel alle fünf Sekunden darf ein erlaubtes Spiel nicht laufen. Wie sich diese Spielzahl auf die Kosten einer Stunde auswirkt, rechnet die Lektion zur Auszahlungsquote vor.

Deutsche Regel: mindestens 5 Sekunden0 Spiele
Ohne Takt: Beispiel 2 Sekunden je Spiel0 Spiele

In einer Stunde sind mit dem 5-Sekunden-Takt höchstens 720 Spiele möglich, mit 2 Sekunden je Spiel 1.800.

Die 2 Sekunden sind ein Rechenbeispiel, kein Messwert eines bestimmten Spiels. Rechtsgrundlage: § 22a Abs. 6 GlüStV 2021.

Der Rechner stellt einen Spin mit fünf Sekunden einem schnelleren Spin gegenüber. Die Dauer des schnelleren Spins stellst du selbst ein. Welche Spindauer internationale Fassungen tatsächlich haben, belegen wir hier nicht, der Vergleichswert ist also deine Annahme. Mit 1.000 Spielen merkst du den Unterschied: Bei fünf Sekunden im Schnitt dauern sie mindestens 83 Minuten und 20 Sekunden.

5

Warum gibt es die 5 Sekunden Regel, und warum dauert ein Spin so lange?

Die Begründung des Gesetzes nennt den Zweck ausdrücklich. Die Festlegung der Spieldauer auf durchschnittlich mindestens fünf Sekunden diene „der Reduzierung der Ereignisfrequenz für den einzelnen Spieler“. Gemeint ist, wie oft pro Zeiteinheit ein Spiel mit Einsatz und Ergebnis stattfindet. Weniger Spiele pro Stunde heißen weniger Einsatz pro Stunde.

Der Rahmen dahinter steht in § 4 Abs. 5 Nr. 3 GlüStV 2021. Eine Erlaubnis für Glücksspiele im Internet setzt voraus, dass „besondere Suchtanreize durch schnelle Wiederholung“ ausgeschlossen sind. Im allgemeinen Teil der Begründung (S. 87) sprechen die Länder von „erheblichen Begrenzungen der Spielabläufe“, mit denen für virtuelle Automatenspiele ein Schutzniveau erreicht werden soll, das dem des gewerblichen Spiels bei Gesamtbetrachtung vergleichbar ist.

Eine zweite Begründung stützt dasselbe Ziel aus anderer Richtung. Beim Verbot der Spielautomatik heißt es in der Begründung zu Absatz 4, das Verbot solle zu einer bewussten Spielteilnahme beitragen, und die Ereignisfrequenz sinke auch dadurch, dass Spieler nach jedem Spiel erneut eine Schaltfläche betätigen müssen. Die Fünf-Sekunden-Regel und das Autoplay-Verbot arbeiten damit an derselben Stellschraube.

6

Welche Regeln hängen mit der 5 Sekunden Regel zusammen?

Das Tempo am Automaten bestimmen mehrere Vorschriften gemeinsam. Die folgende Übersicht nennt die Fundstelle und das, was die Begründung zum jeweiligen Zweck sagt.

RegelFundstelleWas die Begründung dazu sagt
Kein selbstständiger Start des nächsten Spiels (Autoplay)§ 22a Abs. 4Gilt auch, wenn die Automatik bei einer Gewinn- oder Verlustgrenze stoppt. Soll zur bewussten Teilnahme beitragen und die Ereignisfrequenz senken.
Nur ein Spiel gleichzeitig§ 22a Abs. 10Auch dasselbe Spiel darf nicht parallel laufen, und nur ein Spiel darf angezeigt werden. Ein Wechsel „mit einem Klick“ ist damit ausgeschlossen.
Spielpause§ 22a Abs. 9Nach dem Hinweis auf eine Stunde Aktivität darf erst fünf Minuten nach der Bestätigung des Hinweises weitergespielt werden. Dient der Reduzierung der Ereignisfrequenz.
Bußgeld§ 28a Abs. 1 Nr. 49, Abs. 2Wer ein Spiel anbietet, das nicht durchschnittlich fünf Sekunden dauert, handelt ordnungswidrig. Die Geldbuße kann bis zu 500.000 Euro betragen.

Die GGL stellt in ihren Hinweisen klar, was beim Autoplay-Verbot gemeint ist: Verboten sind insbesondere Automatiken, bei denen Spieler einstellen können, dass eine bestimmte Anzahl an Spielen fortlaufend gespielt wird. Wie hoch der Einsatz je Spiel sein darf, ändert sich gerade und steht auf der Seite Einsatzstufen.

7

Was ist in den deutschen Spielversionen anders?

Jedes virtuelle Automatenspiel braucht in Deutschland eine eigene Erlaubnis, und wesentliche Änderungen brauchen eine neue. Ein Spiel ohne Erlaubnis gilt als unerlaubtes Glücksspiel (§ 22a Abs. 1). Die GGL nennt in ihren Hinweisen Mindestanforderungen, die ein Spiel dafür erfüllen muss, ausdrücklich als nicht abschließende Liste. Darunter stehen unter anderem:

  • Gewinne und Einsätze nur in Euro und Cent (Nr. 7)
  • Spielregeln und gesamte Gestaltung in deutscher Sprache (Nr. 14)
  • das Wort „Casino“ in keinem Kontext im Spiel (Nr. 8)
  • keine Ansammlung von Einsätzen oder Gewinnen für künftige Spiele über einen Spin hinaus (Nr. 9)
  • dauerhaft sichtbare Anzeige von Auszahlungsquote und Höchstgewinnwahrscheinlichkeit auf der Ebene, auf der der Einsatz getätigt wird (Nr. 4)

Zum Spieltempo steht in diesem Dokument nur die Fünf-Sekunden-Regel selbst. Funktionen wie Turbo-Spin, Quick-Spin oder Bonus Buy erwähnen weder § 22a noch die GGL-Hinweise. Ob und wie sie in einer deutschen Fassung arbeiten, ist damit nicht belegt, und wir treffen dazu keine Aussage.

Wie weit eine kostenlose Demo von der deutschen Fassung abweichen kann, haben wir auf der Seite Automatenspiele kostenlos an Beispielen geprüft. Die Demo eines Herstellers ist nicht dieselbe Fassung wie das erlaubte Echtgeldspiel.

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Gilt die 5 Sekunden Regel auch in der Spielhalle?

Eine Mindestdauer gibt es dort ebenfalls, nur anders gefasst. § 13 Nr. 2 der Spielverordnung (SpielV) bestimmt für Geldspielgeräte: „Die Mindestspieldauer beträgt fünf Sekunden; dabei darf der Einsatz 0,20 Euro nicht übersteigen und der Gewinn höchstens 2 Euro betragen.“ Das Wort „durchschnittlich“ fehlt, und die Spielzeit läuft nach Nr. 1 vom Einsatz des Geldes über die Bekanntgabe des Ergebnisses bis zur Auszahlung oder Einstreichung.

Dazu kommt eine Staffel: Wird der Abstand zwischen zwei Einsätzen über fünf Sekunden hinaus auf bis zu 75 Sekunden verlängert, darf der Einsatz um höchstens 0,03 Euro je volle Sekunde steigen (Nr. 3). Die Stundengrenzen der Spielverordnung vergleicht die Lektion zum Zufallsgenerator mit den Online-Regeln.

Die Länder haben die Spielverordnung nicht eins zu eins übernommen. Der allgemeine Teil der Begründung (S. 88) sagt, die Regeln seien nicht in identischem Umfang übertragen worden, weil ein unerlaubtes Angebot im Internet für Spieler leichter erreichbar ist. Das erlaubte Angebot müsse attraktiv genug sein, um zu kanalisieren. Dafür greifen beim virtuellen Automatenspiel andere Vorgaben wie das anbieterübergreifende Limit, die Aktivitätsdatei und die Auswertung des Spielverhaltens zur Früherkennung. In der Gesamtbetrachtung ergebe das ein vergleichbares Schutzniveau.

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Was wird an der 5 Sekunden Regel kritisiert?

Die Kritik kommt vor allem aus der Marktperspektive. Das Handelsblatt Research Institute nennt in einer Studie im Auftrag der Sport1 Medien AG Anpassungen bei der Spielgeschwindigkeit neben Besteuerung, Einsatzlimit und Einzahlungslimit als Ansatzpunkte, um den lizenzierten Markt gegenüber dem Schwarzmarkt attraktiver zu machen. Die Studie schätzt den Schwarzmarktanteil bei Online-Casinos und virtuellen Automatenspielen auf 70 bis 80 Prozent. Als Gegenposition nennt sie die Schätzung der GGL, die Kanalisierungsrate liege bei 96 bis 97 Prozent. Wir haben die GGL-Zahl nicht an ihrer Originalquelle geprüft.

Den Einfluss der Spielgeschwindigkeit allein misst die Studie nicht. Sie verweist auf eine Befragung von 154 Spielern aus dem Jahr 2021, nach der bei schlechteren Gewinnchancen, geringerem Einsatzlimit oder geringerer Spielgeschwindigkeit nur ein Fünftel auf derselben Seite weiterspielen würde. Die Frage bündelt drei Bedingungen. Dass Spieler wegen der Fünf-Sekunden-Regel zu unerlaubten Angeboten wechseln, ist damit nicht belegt, die Studie hält es lediglich für naheliegend.

Der Gesetzgeber kennt den Zielkonflikt selbst. In der Begründung zu § 22a Abs. 1 steht, dass die Behörde bei der Erlaubnis zwischen der Funktion der Kanalisierung in einen weniger gefährlichen erlaubten Markt und dem erforderlichen Maß der Spielsuchtbekämpfung abwägen muss. Die Fünf-Sekunden-Regel ist Teil dieser Abwägung, nicht ihr Ergebnis in Stein.

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Kurz geprüft: 3 Fragen zur Lektion

  1. Ein Anbieter hat zwei erlaubte Automatenspiele. Spiel A dauert im Schnitt vier Sekunden, Spiel B sechs Sekunden. Darf er beide mit dem Gesamtmittel von fünf Sekunden rechtfertigen?
    Auflösung

    Nein, der Durchschnitt muss für jedes erlaubte Spiel einzeln erreicht werden. Laut Begründung muss sich der Durchschnitt auf das jeweilige erlaubte Automatenspiel beziehen. Verrechnungen zwischen verschiedenen Spielen eines Anbieters sind nicht möglich.

  2. Wie viele Spiele sind im Mittel pro Stunde höchstens möglich?
    Auflösung

    720. Eine Stunde hat 3.600 Sekunden. Geteilt durch fünf Sekunden je Spiel ergibt das 720 Spiele. Das ist eine Obergrenze der Rechnung, kein Normalwert.

  3. Welchen Zweck nennt die Begründung des Gesetzes für die Mindestspieldauer?
    Auflösung

    Die Reduzierung der Ereignisfrequenz für den einzelnen Spieler. Die Begründung zu § 22a Abs. 6 sagt, die Festlegung diene der Reduzierung der Ereignisfrequenz für den einzelnen Spieler. Von Quote oder Steuer ist dort keine Rede.

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Fragen und Antworten

Was besagt die 5 Sekunden Regel bei Spielautomaten?

Sie steht in § 22a Abs. 6 GlüStV 2021: Ein virtuelles Automatenspiel muss durchschnittlich mindestens fünf Sekunden dauern. Das Spiel beginnt mit deiner Erklärung, es zu starten, und endet mit der Anzeige des Ergebnisses. Die Regel gilt für Anbieter mit deutscher Erlaubnis und ist keine feste Pause, sondern ein Mittelwert je erlaubtem Spiel.

Gilt die 5 Sekunden Regel für jeden einzelnen Spin?

Nein, sie gilt im Durchschnitt. Einzelne Spiele dürfen kürzer sein, solange der Mittelwert des jeweiligen Automatenspiels bei mindestens fünf Sekunden liegt. Die Begründung des Gesetzes schließt aber Verrechnungen zwischen verschiedenen Spielen eines Anbieters aus und lässt Spielgestaltungen nicht zu, die den Durchschnitt mit einzelnen sehr langen Runden künstlich anheben.

Warum dauert ein Spin in Deutschland fünf Sekunden?

Weil der Gesetzgeber die Ereignisfrequenz senken wollte. In der Begründung heißt es, die Mindestdauer diene der Reduzierung der Ereignisfrequenz für den einzelnen Spieler. Dahinter steht § 4 Abs. 5 Nr. 3 GlüStV 2021, der besondere Suchtanreize durch schnelle Wiederholung ausschließt. Mit der Regel fließt pro Stunde weniger Einsatz um als bei schnellerem Spiel.

Gilt die 5 Sekunden Regel auch im Online Casino?

Sie gilt für alle virtuellen Automatenspiele mit deutscher Erlaubnis, also für Online Spielotheken, die im Alltag oft Online Casino genannt werden. Ein Anbieter ohne Erlaubnis unterliegt der Regel nicht, bietet dann aber unerlaubtes Glücksspiel an, denn nicht erlaubte virtuelle Automatenspiele gelten nach § 22a Abs. 1 als unerlaubt.

Wie viele Spiele pro Stunde sind bei fünf Sekunden möglich?

Höchstens 720 im Mittel, denn eine Stunde hat 3.600 Sekunden und 3.600 geteilt durch fünf ergibt 720. Das sind zwölf Spiele pro Minute. Die Zahl ist eine Obergrenze für die Rechnung. Wer pausiert, Funktionen wählt oder Gewinne betrachtet, kommt auf weniger. Eine Mindestzahl gibt es nicht.

Gibt es die 5-Sekunden-Regel auch in der Spielhalle?

Ja, in anderer Form. § 13 Nr. 2 der Spielverordnung nennt für Geldspielgeräte eine Mindestspieldauer von fünf Sekunden, ohne das Wort durchschnittlich. Dort darf der Einsatz dabei 0,20 Euro nicht übersteigen und der Gewinn höchstens 2 Euro betragen. Online gilt dagegen § 22a Abs. 6 GlüStV 2021.

Zählt die Gewinnanimation zur Spieldauer?

Das ist nicht öffentlich geregelt. Gesetz und GGL-Hinweise legen Anfang und Ende fest: Start mit deiner Erklärung, Ende mit der Anzeige des Ergebnisses. Ob Animationen oder das Hochzählen eines Gewinns dazugehören, sagen sie nicht. Nach der Begründung kann die Erlaubnisbehörde Einzelheiten zur Berechnung des Durchschnitts in der Erlaubnis festlegen.